Das Schwarze Band

2015

8 mn

Film - OV mit deutschen Untertiteln

Foto & Text : Michel Handschumacher

Ton und Musik : Bruno Fleutelot

Stimme : Pierre Grammont

Endlich bin ich auf der Straße, die die Insel umringt.

Die Landschaft begleitet mich und verändert sich stetig, zieht an mir vorbei und Ich wünsche mir, auf dem schwarzen Band dieser imaginären Schreibmaschine ein visuelles Gedicht zu komponieren, mit Eis und Stein, Erde und Himmel, alles verwischt.

 

Im regelmäßigem Rhythmus der synkopierten Linie, wird mir die Vergänglichkeit der zirkulären Bindun bewusst. Stetig führt das schwarze Band ins Unendliche. Wie ein Riss, der sich mit den Naturelementen vereinigt, nimmt er ab und zu, einen neuen Kurs und lässt, im Fernen... einen neuen Horizont erscheinen.

 

Die durchquerten Mondlandschaften dulden das schwarze Band, das sich vor mir wie eine lange Narbe aufrollt. Sie löst sich im dunklen Lavafeld auf oder verschwindet unter dem blendendem Weiß des Schnees. Langsam angesichts der Kraft der Natur die mich umgibt, wird mir die Bedeutungslosigkeit jeder Anwesenheit auf dieser Insel bewusst.

 

Der Gedanke an eine ewige Wiederholung erfasst mich, als ich am Ende meiner Reise erkenne, daß dieser Ort vor kurzer Zeit der Ausgangspunkt gewesen ist. Im selben Augenblick wünsche ich mir den Weg fortzusetzen.

Untertitel : Françoise Zahn, Theresia Zahn

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Ursprünglich ist Das schwarze Band ein fotografisches Projekt.

Im Hinblick auf ein akustischen Szenario, das ich für die 2015 zusammengestellte Fotoserie erarbeiten wollte, lud ich den Musiker Bruno Fleutelot ein sich mir anzuschließen. Pierre Grammont kam dann hinzu, um dem langen schwarzen Band seine Stimme zu verleihen. Wir haben dann die konkreten Zusammenhänge zwischen Standbild und Ton in Frage gestellt und sind somit zu diesem visuellen Gedicht angelangt, das aus Standbildern besteht, die schrittweise durch Überblendungen in einander verschwimmen. Dank langen überlagerten Bildern, einem immer langsameren Rhythmus entsprechend, fast kontemplativ, vermischen sich die Bilder in einander. Das Ganze bildet eine andauernde Erzählung, die Parallelwelten enthüllt, wo Realität und Vorstellungen aufeinander treffen. Das zoomen am Ende des Films führt ins Unendliche, wo das Weiß und die Betrachtung zu einer stillen Ruhe leiten.

 

Michel Handschumacher

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